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PM 04.05.10: Instrumentenhersteller Schreiber & Keilwerth kämpft um seine Zukunft

  • Sanierungskonzept sieht Befreiung von Altlasten und Kapazitätsanpassung vor

  • Neue Produkte bei Fachmessen stark gefragt

  • Geschäftsbetrieb läuft auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiter

Nauheim, 4. Mai 2010. Der weltweit renommierte Instrumentenhersteller Schreiber & Keilwerth kämpft um seine Zukunft. „Wir können den Geschäftsbetrieb zwar auch nach der formellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Mai fortführen. Wir müssen jedoch Altlasten abbauen und Kapazitätsanpassungen vornehmen, damit der Betrieb wieder seine Kosten deckt. Nur damit können wir die notwendigen Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss von Investorengesprächen schaffen“, teilten Geschäftsführer Dr. Armin Eckert und Insolvenzverwalter Tobias Hoefer von der Mannheimer Kanzlei Hack Hoefer heute mit.

 

Seit dem Insolvenzantrag am 12. März 2010 konnte der Geschäftsbetrieb bei dem Nauheimer Traditionsunternehmen mit seiner über 80-jähriger Erfahrung im Bau von Holzblasinstrumenten ohne Einschränkung für die Lieferfähigkeit aufrechterhalten und stabilisiert werden. Bei Fachmessen und Branchenevents wie der Frankfurter Musikmesse waren die neuen Produkte von Schreiber & Keilwerth auch stark gefragt, Kunden und Lieferanten sagten dem Unternehmen ihre Unterstützung zu. „Wir haben eine starke Solidarität von unseren Geschäftspartnern erfahren, aber die wirtschaftliche Situation ist unverändert ernst. Die gesamtwirtschaftliche Flaute und die angespannte Situation in der Musikindustrie wirken sich nicht förderlich für die angestrebte Sanierung aus“, so Eckert.

 

Hinzu kommen noch unbewältigte „Altlasten“ aus der jüngeren Vergangenheit. „Wir haben früher einen Großteil unseres Geschäfts mit Schwesterunternehmen in der Music Group gemacht zu teilweise sehr unvorteilhaften Konditionen. Dieses Geschäft ist mit dem Ausverkauf der Music Group auch noch weitgehend weggefallen. Deshalb haben wir in den letzten Jahren mit Erfolg den Auf- und Ausbau unserer Eigenmarken vorangetrieben. Allerdings haben wir gegenwärtig immer noch Überkapazitäten und überholte Strukturen, die wir nun abbauen müssen, um kostendeckend zu arbeiten“, so Eckert.

 

Dies ist eine entscheidende Voraussetzung, um den Geschäftsbetrieb auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens fortführen zu können. Sanierungsexperte Tobias Hoefer dazu: „Ich bin vom Amtsgericht Darmstadt als Insolvenzverwalter mit dem Auftrag bestellt worden, das vorhandene Vermögen im Interesse der Gläubiger zu sichern und zu erhalten. Das heißt, ich kann den Betrieb auch nur dann fortführen, wenn zumindest keine Verluste erwirtschaftet werden. Da mit dem Ablauf des Insolvenzgeldzeitraums, der typischerweise mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zusammenfällt, der Betrieb auch Löhne und Gehälter wieder aus eigener Kraft erwirtschaften muss, ist hier eine Anpassung zwingend notwendig. Das bedeutet in der Konsequenz, dass wir leider nunmehr rund 70 Arbeitnehmer in der Produktion in Markneukirchen sowie in der Verwaltung in Nauheim freistellen mussten. Es ist allen klar, dass es uns nur so gelingt, Schreiber & Keilwerth wieder krisensicher aufzustellen und für Investoren attraktiv zu machen.“

 

Die Personalmaßnahmen sind mit dem Betriebsrat und den Mitarbeitern besprochen. Auch die Bundesagentur für Arbeit ist in den Betrieben und betreut vor Ort die Mitarbeiter.

 

Bislang zeigten in einer ersten Runde mehrere strategische wie auch Finanzinvestoren aus Deutschland, Europa und Asien Interesse an einem Einstieg bei Schreiber & Keilwerth. Allerdings noch ohne zählbares Resultat. „Wir brauchen jetzt schnell konkrete Angebote auf dem Tisch. Denn ein Produktionsbetrieb wie Schreiber & Keilwerth kann nicht dauerhaft in der Insolvenz fortgeführt werden. Es wird jedoch sicherlich noch einige Wochen dauern, bis wir wissen, wie die Zukunft von Schreiber & Keilwerth aussieht“, so Tobias Hoefer.

Weitere Informationen:

Seit mehr als 80 Jahren werden bei Schreiber & Keilwerth hochwertige Blasinstrumente für den Weltmarkt gebaut. In einer der modernsten Produktionsstätten entstehen in Markneukirchen jährlich über 50.000 Instrumente. Die hohe Qualität der Instrumente wird dabei von Spielanfängern und weltbekannten Stars gleichermaßen geschätzt. Die Tradition des Instrumentenbaus, modernste Fertigungsverfahren und die große Erfahrung engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bürgen für beste Qualität ‚Made in Germany'.

 

Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Hoefer ist auf Insolvenzverwaltungen von Unternehmen mit internationalen Verflechtungen spezialisiert. Die Kanzlei Hack | Hoefer beschäftigt bundesweit an acht Standorten über 90 Mitarbeiter und Rechtsanwälte. Zu den bekanntesten Insolvenzverwaltungen bzw. Sanierungserfolgen von Hack | Hoefer zählen die international tätigen Konzerne AKsys (Automobilzulieferer) sowie ATS (Felgenhersteller), Unternehmen der Meffert- sowie der ehemaligen Odenwälder CORONET-Gruppe sowie verschiedene Betriebe der Schmuckindustrie.

 

Medienkontakt:

 

Sebastian Brunner

Communications+consulting

Telefon: 0175/5604673

E-Mail: fsbrunner@aol.com



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