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Automotive - Erfolgsbeispiel: ATS Beteiligungsgesellschaft mbH

Auf einen Blick:

  • Der Bad Dürkheimer Autozulieferer ATS Beteiligungsgesellschaft mbH und die ATS Stahlschmidt & Maiworm GmbH im westfälischen Werdohl-Dresel hatten im Juli 2007 Insolvenzanträge gestellt

  • Das Amtsgericht in Neustadt an der Weinstraße bestellte Tobias Hoefer zum Insolvenzverwalter

  • Bereits ein Jahr später konnte die Sanierung der ATS-Gruppe erfolgreich abgeschlossen werden

  • Alle Standorte in Deutschland, Europa und den USA blieben erhalten

Der Klient

Die ATS-Gruppe ist ein wichtiger Hersteller von Leichtmetallrädern im Niederdruck-Gussverfahren aus Bad Dürkheim. Das Unternehmen liefert Leichtmetallräder als Erstausrüstung an nahezu alle namhaften Automobilhersteller und produziert die Produktionslinien "ATS" und "Exclusive Line by ATS" für den Endverbrauchermarkt. Zudem ist die ATS Exklusivausrüster diverser Motorsport-Klassen.

 

1969 verband sich ATS mit der Stahlschmidt & Maiworm GmbH, die schon 1967 den fortschrittlichen Niederdruck-Guss eingeführt hatte. ATS steigerte 1976 mit einem neuen Werk in Werdohl-Dresel die Produktivität erheblich. Mit einem eigenen Team war ATS 8 Jahre lang – von 1977 bis 1983 – in der Formel 1 aktiv. Annette Stahlschmidt übernahm 1983 als Managerin die Verantwortung bei S & M. Im Jahr 1985 produzierte ATS die weltweit ersten LKW-Aluminium-Räder im Niederdruck-Gussverfahren. ATS begann 1990 mit der Serienfertigung von Magnesium-Rädern im selben Verfahren. Mit Unterstützung des Beratungsunternehmen Arthur Andersen gründete man die ATS Beteiligungs GmbH sowie die Stahlschmidt & Maiworm Technics GmbH als eigenständige Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft.

 

Die ATS-Gruppe erzielte vor dem Insolvenzverfahren einen Umsatz von 400 Millionen Euro pro Jahr. 2.500 Mitarbeiter fertigten insgesamt 8 Millionen Aluräder jährlich. Das Unternehmen hatte neben Werdohl auch Werke in Polen, den USA und Südafrika.

Ausgangslage und Sanierungslösung

Am 13. Juli 2007 hatte neben der ATS Beteiligungs GmbH zunächst auch der größte inländische Produktionsbetrieb, die ATS Stahlschmidt & Maiworm GmbH Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung gestellt. Tobias Hoefer war es gemeinsam mit dem ATS-Management daraufhin in wenigen Wochen gelungen, die Unternehmensgruppe zu stabilisieren und die operativ tätige Tochtergesellschaft ATS Stahlschmidt & Maiworm wieder aus der Insolvenz zu befreien. Sein Vorgehen wurde dabei von den Gläubigern, insbesondere den Banken, Automobilherstellern und Lieferanten konstruktiv unterstützt.

 

Im Februar 2008 teilte Tobias Hoefer mit, dass sich das Schweizer Unternehmen Uniwheels, nach eigenen Angaben der führende europäische Lieferant von Leichtmetallfelgen für den Nachrüstmarkt mit einem jährlichen Vermarktungsvolumen von ca. 2 Mio. Felgen, in einem mehrmonatigen intensiven Bieterprozess gegen mehrere internationale Wettbewerber durchgesetzt hatte. Uniwheels hat daraufhin die operativen Tochtergesellschaften der ATS-Gruppe in Deutschland, die ATS Stahlschmidt & Maiworm GmbH in Wehrdohl, die ATS aluStar Wheels Trading GmbH Bad Dürkheim und die ATS Leichtmetallräder GmbH & Co. KG, sowie die polnischen Töchter ATS Stahlschmidt & Maiworm Sp. z.o.o. und ATS aluStar Polska Sp. z.o.o., mit Wirkung zum 1. April 2008 übernommen. Für die US-amerikanische Tochter ATS Light Alloy Wheels (Alabama), Inc. wurde eine von den europäischen Standorten unabhängige Lösung gesucht. Hier fand sich dann die deutsche Borbet-Gruppe, einer der führenden Hersteller von Leichtmetallrädern für die Automobilindustrie, zur Übernahme bereit.

Fazit

Die Unternehmensrettung gelang deshalb, weil Hoefer nicht auf das klassische Handlungs-Repertoire des Insolvenzverwalters zurückgriff. Um die Insolvenzgründe zu beseitigen, hat Hoefer erst einmal frische Kredite aufgenommen. Danach hat er mit der Holding, die im Verlauf des Verfahrens aufgelöst wurde, die Führung über die global operierende Gruppe übernommen und im Rahmen von sogenannten "Share Deals" die einzelnen Tochtergesellschaften verkauft. Aus den Erlösen der Verkäufe konnten die Forderungen der Kleingläubiger der Tochtergesellschaften zu 100 Prozent, die der großen Gläubiger mit immerhin 50 Prozent beglichen werden.

Das wirtschaftliche Ergebnis

Alle Arbeitsplätze und Standorte der Gruppe in Europa konnten dank des Engagements von Uniwheels erhalten werden. Auch der Produktionsstandort der ATS-Gruppe im US-Bundesstaat Alabama mit seinen rund 300 Arbeitsplätzen konnte durch die Übernahme durch die Borbet-Gruppe erfolgreich fortgeführt werden.

Stimmen zur Sanierung

RA Tobias Hofer: "Die Zukunft der europäischen Gesellschaften der ATS Gruppe ist gesichert. Wir haben mit Uniwheels einen Investor gefunden, der die Anteile der Tochtergesellschaften von der insolventen ATS Beteiligungs GmbH übernimmt. Damit können alle Arbeitsplätze und Standorte der Gruppe in Europa erhalten werden. Das ist für die Gläubiger und die Mitarbeiter das bestmögliche Ergebnis. Am Anfang des Verfahrens konnten wir nicht mit diesem Erfolg rechnen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sich unter der Maßgabe des deutschen Insolvenzrechts auch eine internationale Rechtsgrenzen überschreitende und sehr komplizierte Konzerninsolvenz erfolgreich auflösen lässt. Mit einem für Gläubiger, Arbeitnehmer und die betroffenen Betriebseinheiten außerordentlich positiven Resultat."



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